Sonntag, 17. November 2013

Warum Menschen derzeit nicht in Liebe kooperieren können

Heute wurde die sehr interessante Frage gestellt, was denn die Menschen davon abhält in Liebe zu kooperieren bzw. dann aber auch gleich die Lösung dazu...?

Das ist eine wirklich sehr fundamentale Frage und das Antwortpotential ist entsprechend umfangreich:

Hier mal ein Versuch: Natürlich hängt es mit dem Geld- und dem kapitalistischen Wirtschaftssystem zusammen, denn:

So wie es aufgebaut ist, erzeugt es die Illusion, dass alle Ressourcen (Rohstoffe, Arbeit, Wohnraum, Nahrungsmittel) auf der Erde knapp sind. Und alles was knapp ist, erzeugt Existenzängste. Existenzängste haben etwas zu tun mit dem Überlebensinstinkt eines jeden Lebewesens. Und wenn wir beim Überlebensinstinkt sind, dann geht es um den zwangsweisen Überlebenskampf in der Natur. Heute sagt man vielleicht „Ellenbogenprinzip“ dazu! Um in Bildern zu sprechen: Man stelle Speisebuffet auf, das auf 10 Leute ausgelegt ist und hetze 30 Menschen darauf - man kann sich vorstellen, was passiert...!

Hier sind wir dann an dem Punkt angelangt, der insgesamt die einfachen und armen Menschen davon abhält, in Liebe zu kooperieren - weil sie permanent gezwungen sind, zu konkurrieren!

Bei den reichen Menschen kommt dann die Gier auf Macht und Einfluss dazu!

Und so führt das kapitalistische System dazu, dass Ressourcen völlig falsch verteilt und verschwendet werden. Die Menschen sind - wie wir alle wissen - dadurch zwangsweise nicht wirklich (auch in der Demokratie nicht) gleichgestellt, die (wirtschaftliche) Balance zwischen Armut und Reichtum ist völlig im Ungleichgewicht!

Wie soll man also in Liebe kooperieren?

Und nun zu einem Systemtheoretischen Ansatz, der so einfach wie möglich zu erklären versucht wird:

Warum sagt man, dass politische Systeme wie Kommunismus und Sozialismus in der Historie nie funktioniert haben? Daran muss sich automatisch auch die Frage anschließen: Funktioniert denn die Demokratie überhaupt richtig? Höchstwahrscheinlich lautet die Antwort: Naja, die Demokratie funktioniert immerhin besser als Kommunismus und Sozialismus aber so richtig funktioniert sie eigentlich auch nicht.

Aber WARUM ist das so? Um das zu klären, muss man danach suchen, was denn alle drei Systeme gemeinsam haben. Und was könnte das sein? Richtig: Alle drei politischen Systeme unterliegen ein und demselben wirtschaftlichen System - Dem Kapitalismus! Bildlich gesprochen gibt es also eine große Glaskugel (Kapitalismus) in die drei kleine Glaskugeln (Kommunismus, Sozialismus und Demokratie) eingearbeitet sind. Grundsätzlich können Systeme getrennt voneinander existieren, wenn sie entweder miteinander kommunizieren oder aber jedes System völlig autark ist. In der heutigen Welt ist aber nun mal alles wirtschaftlich miteinander verflochten, also müssen die politischen Systeme mit dem übergeordneten wirtschaftlichen System kommunizieren.

Kurz gesagt: Sie sind alle abhängig vom übergeordneten System!

Will man also wirklich etwas Grundlegendes verändern, muss man das übergeordnete System verändern! Denn das löst dann den Automatismus aus, der sich dann auf die untergeordneten Systemebenen auswirkt. Wieder in Bildern gesprochen, kann man sich eine schöne Deko-Pyramide vorstellen, über der man ein Glas Honig auskippt und dann zusieht, wie der Honig sich langsam fließend von den oberen Ebenen zu den unteren Ebenen vorarbeitet.

Will man also ein System aus kooperativer Liebe, Freiheit und Gleichheit (und die politischen Systeme Demokratie, Sozialismus und Kommunismus haben das alle ungefähr so in ihren Grundwerten stehen) muss man das übergeordnete Wirtschaftssystem Kapitalismus anpassen! Die notwendeigen Veränderungen in den politischen Systemen, ergeben sich dann fast automatisch!

Und jetzt kommt der Geldtheoretische Ansatz wieder ins Spiel, denn er besagt, dass der Wert des Geldes rein vom Vertrauen der Menschen in das Zahlungsmittel Geld abhängt, denn wir haben spätestens seit 1971 keine wirkliche Parität (Wertgrößen zur Deckung) mehr.

Und das kann eben nicht funktionieren, solange der Mensch von der Illusion der Mangelwirtschaft, also von der Begrenztheit aller Ressourcen überzeugt ist. Da die Menschen durch den Kapitalismus - wie vorhin beschrieben - in ständiger Konkurrenz zueinander gehalten werden, ist es nur logisch, dass das Vertrauen in das Geld auch ständig missbraucht wird (vielfach durch Spekulationsblasen)! Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt ist nicht der einzige, der die Folgen eines fehlgeleiteten und nicht mehr zu beherrschenden „Raubtier-Kapitalismus“ anmahnte. Die renommierte Unternehmensberatung Mc Kinsey warnt vor einem möglichen „Erdbeben im Welt-Finanzsystem“ durch Notverkäufe zur Refinanzierung von finanziellen Schieflagen. Auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt: Es mehren sich die immer mehr Befürchtungen, dass unkontrollierte Spekulationen in Kombination mit unkontrollierten und intransparenten Kredit-Derivaten einen „Tsunami an den Welt-Finanzmärkten“ auslösen könnten.

Dieser „Vertrauensmissbrauch“ ist es also, der dazu führt, dass die gerechte Verteilung von Gütern und Geld versagt und die Balance zwischen Armut und Reichtum in dieses starke Ungleichgewicht gerät.

Wir benötigen also ein wirtschaftliches System, dass auf „Vertrauen“ gar nicht erst angewiesen und völlig unabhängig ist und das gleichzeitig mit der künstlichen Verknappung(-slüge) aufräumt und da gibt es ja einige gute Ideen und Entwürfe!

Wäre dieses Ungleichgewicht also behoben und würden die Menschen begreifen, dass es überhaupt keinen Mangel an Ressourcen gibt, weil er lediglich falsch verteilt ist, fielen Existenzängste und der damit verbundene Überlebenskampf aus und das mit der „kooperativen Liebe“ wäre auf einmal gar nicht mehr so schwierig!

Wieder in einem Bild gesprochen: Man stelle sich das Speisebuffet von vorhin zahlenmäßig nun umgekehrt vor ‒ Es ist jetzt für 30 Leute ausgelegt und nur 10 Menschen holen sich etwas zu essen...

Was wird wohl jetzt passieren...?

Ein politisches System wie die Diktatur wäre hingegen auf ein kapitalistisches Wirtschaftssystem angewiesen, denn in diesem politischen System ist die wirtschaftliche und politische Ungleichheit ja das eigentliche Ziel! - Jedes andere gemeinschaftlich orientierte System aber, müsste dem Kapitalismus konsequent den Rücken kehren, wenn es seine Ziele erreichen will!

Wer es bis hierhin geschafft hat, dem sei für die Aufmerksamkeit recht herzlich gedankt!

Text aus einem Posting mit freundlicher Genehmigung von
Michael Why
http://www.michaelwhy.de
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