Sonntag, 7. April 2013

Zur Kritik des Privateigentums III


Und welche Schattenseiten hat uns dieses Erfindungskonglomerat Privateigentum gebracht! Millionen Menschen sind elend gestorben und tun es laufend nur für Geld. Unseren Planeten haben wir soweit verändert, dass für uns selbst und alle anderen Mitbewohner (= die Mitwelt) das Leben darauf immer schlechter wird. (Welt)Kriege, Eroberungen, Feldzüge, Kreuzzüge, Massaker, Sklavenhandel, Überfälle, Bankraube, Piraterie, Mord & Totschlag, Erpressung, Entführung, dazu Hungersnöte, Unterversorgung, millionenfaches Elend & Leid, Unterdrückung & Abhängigkeit weltweit; Massentierhaltung und -schlachtung unter unmöglichen Bedingungen, Verwüstung ganzer Regionen, Produktion von völlig Unnötigem & Schädlichem in Millionen Tonnen, nur um kurzfristig Geld damit (vorwiegend aus den Armen) herauszuholen, usw, usf.

Dafür arbeiten wir mehr und mehr, fahren und fliegen kreuz und quer, machen noch mehr und noch mehr (von demselben, das uns dorthin gebracht hat), wir leisten uns Finanzämter, Banken, Versicherungsgesellschaften, Milliarden von Registrierkassen, Tickets, Fahrkarten, Drehkreuzen, Kassenladen, Safes, Securitypersonal, Geldtransporter, Münzämter, Börsen, Brieftaschen, Polizei, Gefängnisse, Zahlscheine, Buchhalter, Steuerberater, Wirtschaftstreuhänder, Spekulanten, SweatShops, Millionen von Gesetzen & Vorschriften, Tausende Verwaltungsbehörden, Schadenersatz, Gewährleistung, Pfand, Mindestsicherung, Notstandshilfe, Renten & Pensionen. Wissenschafter beschäftigen sich in Milliarden Buchseiten und Vorträgen mit dem Phänomen “Geld”, von dem niemand weiß, was es wirklich ist.

Seit es Menschen gibt, die sich über das Zusammenleben und das gute Miteinanderauskommen Gedanken gemacht haben, haben sie alle das Geld und das Privateigentum als DIE zentrale Schwierigkeit dafür angesehen: Aristoteles, Thomas Hobbes, Thomas Morus, Campanella, Walzer (“Tyrannei des Geldes”), Rawl, John Locke, Rousseau, Marx. Aber seltsam: nur sehr selten wurde Geld, Privateigentum oder Handel/Tausch infrage gestellt.

Dabei ist es so einfach: man geht in einen Laden und holt sich, was man braucht. Man tut etwas (man “arbeitet”) und stellt das Ergebnis für alle zur Verfügung. Was man hat, gehört einem, solange man es verwendet (= Gebrauchseigentum), danach wird es zurückgebracht und kann von anderen wieder in deren Gebrauchseigentum entnommen werden. “Wirtschaft” besteht dann vor allem darin, logistische Aufgaben der Güter- und Leistungen-Verteilung zu lösen.

Welch ungeheures schöpferisches Potenzial würde dadurch frei! Ohne Angst vor Konkurs und wirtschaftlich-existenzieller Bedrohung könnte jeder ausprobieren, was er/sie als gute Idee empfindet, würden Vorhaben verwirklicht, die heutzutage mangels ausreichender Ertragsaussichten gar nicht begonnen werden, auch, wenn sie wichtig wären (zB Medikamente für heilbare Krankheiten, die heute nicht produziert werden, weil zu wenig Menschen daran sterben  immerhin noch Tausende , als dass sich die Produktionskosten rechneten), Kunstwerke, einfach Schönes & Lustiges könnte uns überall begegnet, Verrücktes, Erstaunliches. Durch den Wegfall der gesamtmenschlichen Anstrengung zur Aufrechterhaltung der Schimäre “Handel” würden weit mehr als 80% der Arbeitsleistung frei werden; kaum mehr als 2 Stunden täglich würden ausreichen (entsprechende Studien gibt es bereits seit den 60er Jahren).

Wir könnten uns endlich mit wirklich Wichtigem beschäftigen.

Und tun es bereits dort, wo es “Geld” nicht gibt: die jährlich Milliarden Arbeitsstunden für freiwillige Leistungen werden vor allem im Sozialbereich erbracht: Ärzte ohne Grenzen, Caritas, Rotes Kreuz, hunderte Hilfsorganisationen, Freiwillige Feuerwehren, Krankendienste, Hospize, Nachbarschaftshilfe, private Lernnachhilfe, Altenpflege & -betreuung, usw, usf.

Das sind die Tätigkeiten, die die Welt tatsächlich weiter bringen und die Menschen zueinander. Der Kapitalismuswahn kann nur existieren, weil im sozialen Unterbau der oben produzierte Dreck weggeschafft wird  großteils gratis oder zu “Sozialtarifen”. Eine weitere Form von gesellschaftlichem Missbrauch.